Hier können Sie sich die Besprechung anhören (ab 08:43).
Glücklich, wer kluge Menschen kennt, die ihren Geistesreichtum gerne und großzügig über den Bier- oder Kaffeetisch hinweg mit ihren Freunden teilen. Beim Supposé-Verlag – ausgezeichnet mit dem deutschen Hörbuchpreis – kam man zu dem Schluß, daß auch Wissenschaftler ihre Fachfreude, Faszination und ihr Wissen am beeindruckendsten über das frei gesprochene Wort vermitteln.
Solche Redner, die mit klarer Sprache und lebendigen Beispielen Kollegen, Studenten und Laien gleichermaßen in ihren Bann ziehen, vereint diese CD-Reihe. Natur- und Geisteswissenschaftler berichten dem geneigten Hörer von den Themen und Fragen, die ihre Herzen und Hirne bewegen. Im Gegensatz zum klassischen Hörbuch, bei dem fertige Texte vorgelesen werden, leben diese Vorträge von der freien und lebendigen Sprache der Erzähler.
„Der Bien“ – so lernt man bei Professor Dr. Jürgen Tautz – ist die Bezeichnung für ein vollständiges Bienenvolk. Tautz leitet die BEEgroup der Universität Würzburg und berichtet voller Begeisterung (und Anekdoten) von den Ergebnissen der Bienenforschung seit vorgeschichtlicher Zeit.
Der Hörer erfährt alles über exakten Wabenbau, Wärme- und Isolationstechnik im Bienenstock sowie über präzise Arbeitsteilung, Orientierung und Kommunikation der Bienen. Den Honig auf dem Frühstückstisch wird man danach mit anderen Augen betrachten.
HÖRBÜCHER VON SUPPOSÉ
WISSENSCHAFT IM PLAUDERTON
KÖNNEN BIENEN LÜGEN? Ja, Jürgen Tautz hat sie dazu gebracht. Erst hat er die Insekten belogen, dann hat er sie zum Beschwindeln ihrer Stammesgenossinnen angestiftet. Alles im Dienst der Wissenschaft, versteht sich. Von diesem und anderen Experimenten berichtet der Chef des Bienenforschungsprojekts BEEgroup an der Würzburger Universität auf der CD "Der Bien. Superorganismus Honigbiene". Zweieinhalb Stunden lang fesselt er mit seinen Erzählungen aus der Bienenforschung auch Zuhörer, die sich vorher nicht besonders für die summenden Honigsammler interessiert haben. Tautz berichtet etwa über die Kommunikation der Insekten, darüber, wie sie in ihrem Bau stets für angenehme Temperaturen sorgen oder was im Bienenvolk überhaupt geschieht - alles im lockeren Plauderton, als säße er seinem Zuhörer am Kaffeetisch gegenüber.
Erschienen ist die mit einem schönen Booklet ausgestattete Doppel-CD im Berliner Verlag supposé, der sich auf wissenschaftliche Hörbücher spezialisiert hat - auch wenn Verleger Klaus Sander die Bezeichnung Hörbücher nicht so gern mag. Denn während das durchschnittliche Hörbuch lediglich eine Vorlesung eines gedruckten Buches ist, produziert supposé Originalaufnahmen mit Wissenschaftlern, die frei über ihre Themen berichten. Da können sich durchaus Umgangssprache oder Versprecher einschleichen. Gerade die vermitteln dem Zuhörer das Gefühl, Teilnehmer einer anspruchsvollen Nachmittagsplauderei zu sein - und nicht einer gelehrten Vorlesung beizuwohnen.
Zu den Wissenschaftserzählern gehören der Meteorologe Mojib Latif, der Bionik-Experte Werner Nachtigall und der Physiker Anton Zeilinger. Das Programm beschränkt sich aber nicht auf die Naturwissenschaften. Auch die Geisteswissenschaften kommen zum Zuge - zwei CDs mit Originaltönen des Philosophen Vilém Flusser sind sogar der Grundstein des preisgekrönten Programms. Die aktuellen Aufnahmen ergänzen historische Tonaufnahmen bekannter Wissenschaftler wie Albert Einstein, Erwin Schrödinger und Max Delbrück. Infos: www.suppose.de
Werner Pluta
Du, das ist wirklich sehr gut, sagte meine Frau, der ich die CDs gab, denn ich selbst mag Hörbücher nicht. 143 Minuten zuhören, das ist nichts für mich. Da sind hochinteressante Infos über Bienen drin, über Physiologie, physikalisch-chemische Details, aber auch über Geschichtliches. Und besonders gut ist: der Professor liest nicht vor, sondern erzählt, so, als ob er vor einem auf dem Sofa sitzen würde. Nun, meine Frau ist Medizinerin und ich weiß alles besser, schon gar wenn es um Bienen geht, denn ich bin Biologe. Also blieb ich skeptisch und schob das Anhören vor mir her. Nimm sie doch auf Geschäftsreise mit und hör sie Dir an im Stau! Genau das habe ich befolgt.
Auf der A6 vor Heilbronn war es so weit, 10 km Stau, also rein mit dem Ding, versehentlich den zweiten Teil zuerst. Welch angenehme Überraschung! Grundlagenforschung aus erster Hand, absolut authentisch, wie ein Privatissimum vom Beifahrersitz aus. Je einfacher sagen, ist eine Gabe Gottes, hat Konrad Adenauer gesagt. Jürgen Tautz hat diese seltene Gabe und den noch selteneren Mut, es auch zu tun. Dazu kommen seine Vergleiche, spontan offenbar und oft köstlich. Man spürt: der Mann schöpft aus dem Vollen. Er leitet seit 1994 die Würzburger BEEgroup ("Würzburger Küche") und die Liste seiner Full-Papers füllt 30 Seiten.
Um was geht es? Es geht um die Anfänge der Bienenforschung, die BEEgroup, seine Forscherkollegen, das Kommunikationssystem der Bienen, wie sie sehen und wie sie denken, warum sie potentiell unsterblich sind, um optische Kilometerzähler, wie man Bienen das Lügen beibringt, um Gesundheitsforschung, ihr Telefonnetz und ihre Telefonnetzflicker, um Wärmeisolierung, um Thermoregulation durch Heizerbienen, Nestarchitektur und Feng-Shui, Bienenballett, ihre akustische und olfaktorische Welt, Stand-by-Bienen, Aufgabenorganisation im Bienenstaat, den Alarmdialog indischer Zwergbienen, um Mikroverhaltensforschung, Hightech im Bienenstock, Soziobiologie à la Richard Dawkins und man staunt, auch auch um Honig.
Doch darum geht es nur vordergründig. In Wahrheit zeigt Jürgen Tautz , wie wertfreie Grundlagenforschung in unser tägliches Leben und Denken, in unserer Technik, unsere Wirtschaft und Politik hineinwächst und wechselwirkt und wie sie ganz neue Sichtweisen schafft. Grundlagenforschung ist der Innovationsmotor, lebenswichtig schon immer, aber überlebenswichtig in einer globalisierten Welt, gerade für Deutschland und Europa. Deshalb sind diese CDs allen kreativen Köpfen jedweder Couleur zu empfehlen und ein ideales Geschenk für Staugeplagte. Noch nie hat mich ein Stau so milde gestimmt. Wer noch mehr will, der lege sich "Phänomen Honigbiene", ein Buch von Jürgen Tautz auf den Nachttisch. Denn ein Hörbuch ist kein Buch, doch dieses Hörbuch, da hat meine Frau recht, ist wirklich sehr gut.
Dr. Friedrich Buer, Neustadt a. d. Aisch
In der Sendung "sonntags" des ZDF vom 13.01.2008 wurde die Doppel-CD "Der Bien" von Jürgen Tautz kurz vorgestellt und über die Neuentdeckung des Hörbuches gesprochen.
Hier können Sie sich den Beitrag noch einmal anschauen. (wmv - Datei, 119 MB)
Das Gespräch mit Klaus Sander (Produzent von "Der Bien") kommt ab 4:28.
Am 31.12.2007 war im Büchermarkt des Deutschlandfunk eine Besprechung des
Hörbuches der Bien zu hören. Aus dem literarischen Leben sprachen Daniela
Seel und Marius Meller im Gespräch mit Denis Scheck über
- Matthias Hirth: "Angenehm"
- Jürgen Tautz: "Der Bien. Superorganismus Honigbiene"
Hier können Sie die Besprechung herunterladen und anhören (mp3 - Datei).
(Besprechung über "Der Bien" kommt ab 15:45)
Jürgen Tautz: "Der Bien"
(Hörbuch, suppose, 2 CDs, 24,95 €)
Ein Hörbuch, das Lust am Wunder Wirklichkeit und Lust am Wissen weckt. Es besteht aus einer Aufnahme des Soziobiologen Jürgen Tautz, der auf zwei CDs in freier Rede und ganz ohne störendes Gesumse einfach alles erzählt, was er über Bienen weiß. Und das ist eine ganze Menge. Zum Beispiel, warum ausgerechnet die Bienen-Königin das ausgebeutetste Tier im ganzen Staat ist oder weshalb sich ägyptische Pharaonen den Ehrentitel "Der Bien" verleihen. Wenn Sie wieder mal wie ein Kind über die Vielfalt der Schöpfung staunen wollen: hören Sie dieses Meisterwerk!
Hier gelangen Sie zur CD - Besprechung.
"Eine exzellente Einführung in den neuesten Stand der Bienenforschung"
"Eine Kulturgeschichte zum Hören"
"Optisch und akustisch abgerundet wird der Hörgenuss durch ein zwanzig Fotos umfassendes Booklet, für die die Fotografin Helga Heilmann selbst als Biene in einen Stock eingeschwebt zu sein scheint, und einen kurzen Track auf der zweiten CD, bei dem der Hörer dem Alarmdialog der indischen Zwerghonigbiene lauschen kann. Am Ende der zweiten CD angelangt, dürften jedenfalls die meisten Zuhörer so weit sein, den Bien mit offenen Armen im Kreise der eigenen Verwandtschaft zu begrüßen."
"Wenn Jürgen Tautz über den Bien plaudert, dann kann man nicht anders als ganz Ohr sein. Auch die Fachwelt dürfte so manch Neues erfahren..."
"Was immer es über den Superorganismus Honigbiene zu wissen gibt,
hier ist es kompakt auf zwei CDs versammelt - sachlich auf dem letzten Stand der Forschung,
in der Sprache der Vermittlung fesselnd und einfach.
Eine Tour d'horizon durch die Bienenforschung,
eine absolut faszinierende Wissenschafts-CD und ein enormes Hörvergnügen."
Rezension bei spektrumdirekt - der Wissenschaftszeitung im Internet
Hier gelangen Sie zum Artikel.



"Lauschen und genießen: Ich bin gleich der Stimme erlegen, und empfehle zum Ausruhen zwischen den 26 Kapiteln ab und zu ein kleines Jazz- oder Klassik-Stückchen anzuhören, und gleich danach nimmt einen der lockere Plauderton von Prof. Tautz wieder gefangen. Also Leute, Naturfreunde und Imker! Ladies and Gentlemen! Miles Davis, Otis Redding, Nigel Kennedy und Juergen Tautz - we proudly present DER BIEN! just listen... Ich sitze bequem im Sessel und lerne mit Begeisterung, ohne dass ich dafür viel tun muss - learning at it's best!!!"
"Dieses Hörbuch ist gerade erst erschienen und die Medien überschlagen sich mit Lob. Was mich an dieser Geschichte freut: Auch bei uns ist es möglich, wissenschaftliche Themen multimedial und vor allem so spannend zu verkaufen, dass die großen Medien davon Kenntnis nehmen. Wir müssen also gar nicht immer nur neidisch über den Teich zu den amerikanischen PR-Profis schauen!"
"Der Bien. So heißt eine neue Doppel-CD, auf der Professor Jürgen Tautz, Bienenforscher am Biozentrum der Uni Würzburg, spannende Geschichten aus der Welt der Honigbienen erzählt. Aber: Wurde da im Titel nicht mit der Sprache geschlampt? Oder ist Bien nur ein anderes Wort für Drohne, also für das Bienenmännchen? Weder noch. Bien ist ein Ausdruck, der im 18. Jahrhundert von Bienenzüchtern geprägt wurde, wie Tautz erklärt. Die Leute hatten schon damals die Idee, dass ein Bienenvolk wie ein einziger, großer Organismus funktioniert, und den nannten sie den Bien. Heute ist die Vorstellung, dass die Völker der Bienen und auch der Ameisen als Superorganismen anzusehen sind, in der Wissenschaft allgemein anerkannt."
"Bienen sind ein Triumph der Evolution: Seit 40 Millionen Jahren gründen sie Staaten, produzieren Honig, züchten kontrolliert Nachwuchs heran - alles nur für ihre Königin. Jürgen Tautz, Deutschlands renommiertester Bienenforscher, hat sein Leben diesen Superinsekten gewidmet, er ist "Mr. Bien". Wissenschaft, Kultur, Geschichte, Menschen und Bienen - Tautz springt zwischen den Welten hin und her, wenn er anfängt von seinen Bienen zu reden. Es muss Liebe sein. Liebe zu einem Superorganismus..."
"Der Bienenforscher rezitiert was seine Insekten können: Alarmbrummen und und Ballettanz."
"Man kann sich einfach zum Feierabend zurücklehnen oder die im lockeren Erzählton gehaltenen Exkursionen in die Welt des Bien bei einer gemächlichen Autobahnfahrt - natürlich nicht auf der Überholspur - genießen. Wie schon bei den Vorträgen auf der CD von Karl von Frisch, dessen Vortragskultur für Tautz hier auch als Vorbild auszumachen ist, hat selbst der Bienenunkundige danach das Gefühl, den Kern der Erkenntnisse verstanden zu haben."
Würzburger Küche
Erzählungen aus dem Bienenstock
Über die Honigbiene konnte schon der legendäre Bienendompteur und Nobelpreisträger Karl von Frisch Bände füllen. Und viele lehrreiche wie unterhaltsame Beschreibungen des emsigen Insektenvolkes folgten.
Was von Frisch und sein Nachfolger Martin Lindauer über den hochgradig organisierten Sozialstaat, den "Superorganismus" im Stock, zu Papier brachten, hat ganze Generationen von Biologen, Imkern und Naturliebhabern geprägt. Dass es zu alledem noch eine Steigerung geben könnte, dass außer den molekularbiologischen Details auch noch wirkliche verhaltensbiologische Neuigkeiten zu erzählen wären, die unser Bild von der Honigbiene noch einmal grundlegend verändern, dies hatten bis vor einigen Jahren nicht viele für möglich gehalten.
Der Würzburger Verhaltensforscher Jürgen Tautz, der die längst weltweit bekannte "Bee Group" im Biozentrum der Universität leitet, hat es jedoch geschafft. Mit modernster Technik ausgestattet und mit originellen Experimenten hat er völlig unbekannte Facetten der Kommunikation und der Organisation des Bienenvolkes aufgedeckt.
Er hat aber nicht nur Fakten zutage gefördert, sondern versteht diese faszinierenden Einsichten auch noch fesselnd in bester Erzählermanier zu schildern. Forschung aus erster Hand, ein Hörvergnügen.
(Das Hörbuch "Der Bien" ist im Supposé-Verlag, Köln 2007, erschienen und umfasst zwei CDs. Es kostet 24,80 Euro und kann bestellt werden unter
www.suppose.de) jom